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Gesundheitsrisiken durch sinnvolle
Reisevorbereitungen reduzieren!

Während der Schwangerschaft sind viele Gesundheitsrisiken anders zu bewerten als bei nicht schwangeren Frauen. Das betrifft hauptsächlich Impfungen – und hier sind es die Risiken von Impfungen bei Fernreisen.

Professor Hof vom Labor Limbach hat wichtige Informationen zur Vermeidung von Gesundheitsrisiken bei Schwangeren auf Fernreisen zusammengestellt. Dabei wird auch ausführlich das Thema ‘Impfungen’ bei Schwangerschaft angesprochen.

Klicken Sie auf die folgenden Punkte und gelangen Sie so direkt zu unseren Kurz-Infos oder lesen Sie dieses Dokument von oben nach unten. Von einigen Kurz-Infos führen “links” zu weiterführenden Informationen.

Am Ende finden Sie eine Abhandlung, die Sie sich für Ihren persönlichen Gebrauch herunterladen können. Die Informationen zu den verschiedenen Themen sind dort ausführlicher nachzulesen.

Themen:


Unfälle

Unfälle sind grundsätzlich die häufigsten Krankheits-Ursachen auf Reisen. So sollten sich Schwangere im Straßenverkehr besonders umsichtig verhalten. Beim Aufenthalt in großen Höhen ist an die sog. “Höhenkrankheit” zu denken, die bei Schwangeren schneller auftritt. Übertriebener Ehrgeiz beim Sport, beim Tauchen oder bei körperlichen Anstrengungen können zudem für (nicht trainierte) Schwangere zu einer Belastung der Gesundheit führen.


Ernährung

Am zweithäufigsten sind Durchfallerkrankungen durch kontaminierte Nahrungsmittel. “Cook it, peel it or leave it” ist hier das Motto. Mit anderen Worten, die Lebensmittel wie Früchte und Gemüse sollten geschält oder gekocht werden. Ist dies nicht möglich, dann sollten Sie gemieden werden. Lesen Sie unsere ausführlichen Verhaltensregeln zur Vermeidung von Durchfallerkrankungen.


Strandaufenthalt

Sind Strände mit Fäkalien verschmutzt – dann ist das Risiko von Erkrankungen erhöht. Oft sind diese Verschmutzungen mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Besonders ist eine Infektion mit Toxoplasma gondii zu erwähnen, bei der Gefahr für das ungeborene Kind besteht.

Weiterführender Link: www.toxoplasmose-bei-schwangeren.de


Standard-Impfungen

Die Standard-Impfungen wie Tetanus, Diphtherie, Polio (also Kinderlähmung), Masern, Mumps und Röteln sind im Impfpass zu kontrollieren. Ggf. sollte eine Auffrisch-Impfung erfolgen. Ihr behandelnder Arzt kann Ihre Titer von spezifischen Antikörper im Serum überprüfen und sagt Ihnen, ob schützende Werte vorliegen oder nicht.


Hepatitis A-Impfung

Bei der Hepatitis A besteht sowohl die Möglichkeit einer aktiven als auch einer passiven Impfung. Bei der aktiven Impfung mit einem Totimpfstoff baut der Körper selbst einen Immunschutz auf. Bei mehr als 90% der Geimpften erreicht man so nach 10 bis 14 Tagen einen schützenden Antikörper-Titer. Der Vorlauf dieser Impfung vor Wirksamkeit dauert also etwas, der Schutz hält aber auch länger an.

Bei der passiven Impfung mit Gammaglobulin werden Antikörper injiziert. Diese Impfung wirkt sofort – hält aber nicht lange an. Ihr Einsatz wird gern für Last Minute Reisen genutzt. Im Grunde können Gammaglobuline auch in der Schwangerschaft gegeben werden; allenfalls lokal an der Einstichstelle spürt man einige Tage ein Druckgefühl.

Grundsätzlich besteht bei Schwangeren bei der aktiven Impfung keine Gefahr, aus prinzipiellen Überlegungen sollte man sich aber diese Impfung überlegen. In vielen Fällen besteht ohnehin eine Immunität( ggf. kontrollieren lassen).


Hepatitis B-Impfung

Der Impfschutz gegen Hepatitis B ist vor Fernreisen grundsätzlich immer sinnvoll. Denn sollte eine lebensrettende Bluttransfusion am Urlaubsort nötig sein, kann die Gefahr bestehen, dass eine Transfusion mit infiziertem Blut erfolgt. Die Blutspender im Ausland werden oftmals nicht kontrolliert.


Meningokokken-Impfung

Die Meningitis (Hirnhautentzündung) durch Meningokokken verläuft oft so rasant, dass eine Antibiotika-Therapie zu spät kommt. Bei Kontakten mit Erkrankten bzw. bei einer Epidemie kann man bei fehlendem Impfschutz ggf. auch an eine Antibiotika-Prophylaxe denken. Bei Schwangeren sind aber einige der üblichen Antibiotika (Ciprofloxacin, Doxyzyklin) nicht erlaubt.

Bei Reisen in den sog. “Meningitis-Gürtel”, der auf der Höhe der Sahel-Zone unterhalb der Sahara die Welt umspannt, ist auf jeden Fall an eine Impfung gegen Meningokokken zu denken.


Typhus

Typhus wird durch Salmonellen ausgelöst, die von Mensch zu Mensch übertragen werden. Insofern ist ein normaler Tourist, der nicht mit akut Erkrankten in Berührung kommt, nicht gefährdet. Es gibt zwar eine Möglichkeit der Impfung gegen Typhus, aber auf diese Impfung kann weitgehend verzichtet werden, da gute Antibiotika zur Behandlung zur Verfügung stehen.


Cholera

Cholera ist eine Infektion, die durch verschmutztes infiziertes Trinkwasser entsteht. Cholera ist absolut selten bei Touristen, die kein ungeklärtes See- oder Flusswasser trinken. Diese Impfung kann nur ganz selten empfohlen werden.


Tollwut

Auch bei der Tollwut ist eine Gefährdung besonders hoch bei einem Aufenthalt unter hygienisch schlechten Bedingungen, z.B. in Slum-Gebieten. Die Impfung ist aufwendig und teuer.

Wichtig ist, dass bei dem Verdacht auf eine Tollwut Infektion, also z.B. bei dem Biss eines tollwutverdächtigen Tieres, eine sog. PASSIV/AKTIV Impfung erfolgen sollte. Dies wird in Fachkreisen “Post-Expositions-Prophylaxe” genannt.

Ganz wichtig: Diese Impfung muss innerhalb von 72 h nach dem Tierbiss erfolgen, sonst ist sie unwirksam.


Gelbfieber

Das Thema Gelbfieber-Impfung ist sehr wichtig, denn diese Virusinfektion ist in ihrer Ursache nicht zu behandeln und verläuft in vielen Fällen tödlich.

Man sollte deshalb bei Reisen in Gebiete mit Gelbfiebergefahr über eine solche Impfung nachdenken, auch wenn keine Impfpflicht bestehen sollte.

Ein Problem bei Schwangeren ist jedoch, dass es sich um eine Impfung mit lebenden Viren handelt, die auf das ungeborene Kind übergehen können. Wenn die Impfung aber vom Einreiseland gefordert ist, kann man trotzdem impfen.


Weitere Impfungen

Weitere Impfungen, die bedacht werden sollten, sind eine Grippe-Impfung, die Frühsommer-Meningo-Enzyphalitis (FSME) und bestimmte besonders in Südost-Asien vorkommende Enzephalitis-Formen, wie z.B. die Japan-B-Enzephalitis.


Malaria

Die Malaria ist eine besondere Gefahr für Schwangere, denn Schwangere sind hochempfindlich für eine Infektion.
Reisen in Länder mit Malaria-Gefahr sollten von Schwangeren wohl bedacht werden.

Im Vordergrund steht bei der Malaria die Vorbeugung, die sog. Prophylaxe. Dabei unterscheidet man zwei Formen der Prophylaxe.

Zum einen die sog. “Expositions-Prophylaxe”, bei der man zu verhindern versucht, dass man von einer infizierten Stechmücke gestochen wird. Stichworte sind hier Moskitonetze und Insektenabweisende Mittel (sog. „Repellents“ – Lesen Sie dazu unser Kapitel zum Mückenschütz).

Zum anderen gibt es die sog. “Chemo-Prophylaxe”, bei der man durch die Einnahme von Malaria-Medikamenten einer Infektion vorbeugt. Die Chemo-Prophylaxe ist aufgrund der möglichen Schädigung des ungeborenen Kindes bei Schwangeren nur mit gewissen Einschränkungen möglich.


Dokumentation von Prof. Hof zum Thema “Weltweite Reisen trotz Schwangerschaft”

Die ausführliche Dokumentation von Professor Hof zum Thema “Weltweite Reisen trotz Schwangerschaft: Wie kann man Risiken durch sinnvolle Reisevorbereitungen reduzieren?” zum Ausdrucken finden Sie hier (pdf-Download).

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